Nordliga Wettkampf – ein kleiner Bericht vom Sprechertisch

Hallo zusammen,

diesen Beitrag widme ich wieder mehr dem Gewichtheben, als dem CrossFit, dafür mit gehörigem Lokalpatriotismus. Denn Samstag (am 24.01.2015) war der
Auftakt der zweiten Staffel des Nordliga Wettkampfes 2015
– und der Gastgeber hierfür war der VfK – Hannovers einziger olympischen Gewichtheberverein.

Wer etwas über den zweitältesten niedersächsischen Kraftsportverein erfahren möchte, darf sich zum einen gern direkt auf der Homepage des VfK informieren und natürlich gern meinen alten Blog-Eintrag nachlesen.

Was ist die Nordliga?

Zur Nordliga gehören alle Vereine aus Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, wovon insgesamt 6 Vereine in diesem Jahr teilnehmen. Eine Mannschaft muss aus mindestens 3 Teilnehmern bestehen und maximal aus 6.

Der erste Wettkampf der zweiten Staffel fand, wie gesagt, in Hannover statt.
Teilnehmer in dieser Staffel: Der SC Lüchow mit zwei Teams, der SV Gifhorn und der VfK Hannover. Besonderheit beim VfK dieses Jahr: Thorsten Diekmann, Vereinsvorsitzender und mehrfacher Deutscher Meister im Gewichtheben, hebt wieder mit. Zwar außer Wertung, dafür das erste Mal seit fast fünf Jahren. (Er hat Bestleistungen von 150 Kg im Reißen und 182,5 Kg im Stoßen zu verbuchen).

Eine weitere kleine Besonderheit war durchaus erwähnenswert: CrossFitter nehmen dieses Jahr teil. Zwar auch jüngst Vereinsmitglieder des VfK, aber auch CFFC-Mitglieder, treten für Hannover auf der Plattform an und zeigten am Samstag schon mal, dass sie mehr können, als sich partout nicht zu spezialisieren. 😀

Die Nordliga besteht aus drei Wettkämpfen je Staffel und dem Finale. Zwischen den Wettkämpfen liegen immer 3-5 Wochen.

Hier aber nun der Report aus nächster Nähe von dem ersten Wettkampf diesen Jahres.

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1. Wettkampf 2. Staffel – ein kleiner Report

Der Gastgeber sucht im Vorfeld i.d.R. nach Helfern in den eigenen Reihen. AK und ich waren natürlich als Helfer dabei. (Wie oft ich diesen Satz schon geschrieben habe, AK!? :D) Neben Aufbau/Abbau, Brötchen schmieren, Kaffee ausschenken, Kuchen-Verkauf sowie Hantel auf- und abbau, gab es auch einen Job als Sprechertisch-Betreuung. Am Sprechertisch werden die Sportler und ihr entsprechendes Gewicht für das Reißen bzw. Stoßen angesagt, Ergebnisse werden eingetragen, Werte und Angaben der Teilnehmer für die spätere Auswertung notiert. Die ehrenvolle Aufgabe haben wir sehr gerne angenommen.

Der Wettkampf fand in der Humboldschule Ricklingen, in dessen Keller auch der VfK trainiert. In einer der Sporthallen wurde die Plattform, einige Bänke für Besucher und Tische aufgebaut, sodass der Wettkampf pünktlich um 12 Uhr starten konnte.

Es ist immer ein erfahrener Kampfrichter vor Ort, der beim Wiegen der Athleten dabei ist. Das Körpergewicht der Teilnehmer ist im Gewichtheben enorm wichtig. Anders, als im CrossFit, wird das Hantelgewicht mit dem Körpergewicht in ein Verhältnis gesetzt. Hieraus entstehen Punkte. Es gibt unterschiedliche Punktfaktoren, bei der diesjährigen Nordliga wurde der Wilks Faktor genutzt. Wer sich das mal für seine Werte ausrechnen will: Wilks Rechner

AK und ich hatten zwei Rechner (einer für die Auswertung und Punkteverteilung, der andere für die Reihenfolgen der Versuche) am Sprechertisch zu bedienen. Nach einer kurzen Einarbeitung durch Thorsten, fuchsten wir uns ganz gut in die Listen und Systeme ein. Zur Seite stand uns für das Mikrofon Christopher, besser bekannt als „Moskau“.

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Generell zum Wettkampf

Der Wettkampf beginnt immer mit dem Reißen (Snatch). Starten tun die niedrigsten Hantelgewichte. Somit hauptsächlich die jugendlichen und weiblichen Teilnehmer bis hin zu den schweren Jungs. 🙂

Jeder Athlet wählt sein Gewicht selbst aus und hat dabei drei Versuche. Das Gewicht kann nur nach oben korrigiert werden.

Der Kampfrichter sitzt bei den gesamten Versuchen vor der Plattform an einem seperaten Tisch und hat dabei eine Uhr und zwei Kellen zur Hand – eine weiße Kelle für gültige Versuche und eine (unbeliebte) rote Kelle für ungültige Versuche.

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Es gelten nur Versuche, die der Wettkämpfer über Kopf bringt. Dabei dürfen die Arme oben das Gewicht nicht nachdrücken, der Sportler muss am Ende fest und sicher stehen. Erst, wenn der Kampfrichter „AB!“ ruft, darf der Sportler das Gewicht fallen lassen. Die Farbe der hochgehaltenen Kelle verrät einem dann sein Ergebnis.

Nun kann der Sportler bzw. sein Trainer entscheiden, um wie viel Gewicht erhöht wird. Dies übernahm freundlicherweise Sebastian – auch Mitglied des VfK – für seine Starter, was er super gemacht hat.
Meist startet man mit einem relativ sicheren Gewicht, danach erhöht man ggf. bis man neue Rekorde versucht.

AK und ich trugen Körpergewicht, Startgewicht, sowie Wilks Faktoren bei jedem Sportler in die entsprechenden Listen, ergänzten während des Wettkampfes alle Versuche, gültige, wie auch ungültige und Moskau rief die Athleten auf.

Nach einer 15 minütigen Pause ging es über ins Stoßen (Clean&Jerk). Gleiches Prinzip. Start mit den niedrigsten Gewichten, drei Versuche je Sportler, festgehalten wurden alle Ergebnisse.

Am Ende werden die jeweils höchsten Ergebnisse aus dem Reißen und aus dem Stoßen eines jeden Sportlers zusammengezählt und mit dem jeweiligen Faktor multipliziert. Herauskommen die Punkte nach Wilks. Je höher die Punkte, desto besser das Ergebnis.

Im Wettkampf werden die Punkte dann folgendermaßen ausgewertet:
Die besten drei Ergebnisse innerhalb der Mannschaft werden addiert. Sogar ein viertes Ergebnis kann in die Wertung genommen werden, aber nur, wenn ein Jugendlicher mit im Team ist.

Wer noch mehr tolle Fotos gucken möchte: Yannick und Claudia haben aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln mal ein paar Fotos gemacht. Einfach mal die Namen anklicken und weiterleiten lassen.

Was ich als sehr schön empfunden habe, war, dass es während des Wettkampfs egal war, zu welcher Mannschaft der jeweilige hebende Sportler gehörte, seine Erfolge wurden trotzdem von jedem anderen Teilnehmer bejubelt – besonders, wenn es sich hierbei um persönliche Bestleistungen handelte. Und davon gab es einige!

Hier nur einmal die, von unseren VfK-Athleten:

Daniel Reißen 100 kg – Stoßen 141 kg.
Olga Reißen 60 kg – Stoßen 80 kg, leider ihr vorerst letzter Wettkampf für den VfK, denn es startet ihr Auslandssemester in Japan.
Jon Reißen 85 kg – Stoßen 112 kg.
Moritz Reißen 95 kg – Stoßen 115 kg, damit Punktsieger mit 146,3 Punkten laut Wilks im VfK.
Dennis Reißen 85 kg – Stoßen 106 kg.
Leon Reißen 60 kg – Stoßen 83 kg – den XXL-Burger danach hast du dir sowas von verdient! 😉
Für die vier CrossFitter war es jeweils der erste gewertete Wettkampf überhaupt. Dafür haben sie sich wirklich sehr gut geschlagen. Das meinten selbst die Sportler des SC Lüchow.
Außer Wertung riss Ali 45 kg und stoß 58 kg. Als kleine Überraschung entschloss sich Thorsten, wie am Anfang des Beitrags bereits erwähnt, auch außerhalb der Wertung anzutreten. Seit mehr als vier Jahren das erste Mal wieder auf der Plattform riss er 102 kg und stoß 120 kg. Es war schön zu sehen, wie ihn die Lust am Gewichtheben wieder gepackt hat und ich glaube, dass er das der gesamten Wettkampf-Halle vermitteln konnte.

Gewinnen konnte der VfK (erwartungsgemäß) in dieser 1. Staffel nicht gegen den SC Lüchow, aber wurde tatsächlich zweiter!

Punktesieger: 1. Mannschaft des SC Lüchow mit 623,6 Punkten.
Zweiter: VfK Hannover mit 555,1 Punkten.
Dritter: 2. Mannschaft SC Lüchow.
Vierter: SV Giforn.

Hier ein Foto aller Teilnehmer.

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Es war ein toller Auftakt in Hannover. Wir Helfer und die Sportler hatten währenddessen sehr viel Spaß und ich bin sehr froh, dass ich teilhaben durfte. Auch möchte ich mich an dieser Stelle noch mal bei allen CFFC-Besuchern bedanken, die so zahlreich erschienen sind, um die Junges und Mädels anzufeuern.

Und ein dickes Lob an die Teilnehmer!

Der nächste Wettkampf der zweiten Staffel findet am 21.02. in Gifhorn statt. Wir sind dabei – als Teilnehmer und Zuschauer – und wir freuen uns natürlich wieder sehr, wenn der eine oder andere mit dabei sein wird, um die Jungs vom VfK anzufeuern.

Zum Schluss ein paar Worte
Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das Olympische Gewichtheben ist ein fester und wichtiger Bestandteil im CrossFit. Es wird also in Zukunft mit Sicherheit öfter CrossFitter auf traditionellen Gewichtheber-Wettkämpfen zu sehen sein.

Dass der VfK viele neue Mitglieder – sogar Wettkampfteilnehmer dazugewinnen konnte, freut uns alle sehr. Dennis, der bereits seit 2012 Mitglied im VfK ist und sogar schon einmal auf der Plattform für den VfK gehoben hat (allerdings außer Wertung), versprach Thorsten damals, dass er den Verein gerne unterstützen würde. Dies vielleicht (beruflich bedingt) nicht immer unbedingt mit eigener Manpower, jedoch mit Mitgliedern. Und dieses Versprechen konnte Dennis halten. Nicht nur mehr Mitglieder, sondern sogar Wettkampfteilnehmer lieferte die neue Sportrichtung CrossFit, insgesamt 4 Teilnehmer des VfK sind CFFC-Coaches bzw. Mitglieder. Und dies dürfte sich in Zukunft vermehren – noch viele Anwärter stehen an, die es dieses Jahr gesundheitlich oder zeitlich nicht geschafft haben, aber bei den kommenden Wettkämpfen unbedingt dabei seien wollen.

Ein Verein lebt nicht durch alte Erfolgsträger, sondern durch Nachwuchstalente. Ebenso sehr, wie ich fest daran glaube, dass CrossFit kein kurzlebiger Trendsport ist, hoffe ich auch, dass dem VfK die neuen Sportler erhalten bleiben. Dass die Zusammenarbeit bestehen bleibt und wir gemeinsam Hannover – sowie den ganzen Norden – weiterhin für das olympische Gewichtheben begeistern können. Ein Sport, den ich in den vergangenen Jahren sehr zu schätzen gewonnen habe. Denn anders als vielleicht erwartet, erlebt man hier unter den Vereinsmitgliedern überhaupt keine Überheblichkeit oder Verschlossenheit gegenüber neuen Richtungen – ganz im Gegenteil! Man sieht mehr die Gemeinsamkeiten anstelle der Unterschiede, arbeitet zusammen an Projekten und öffnet sich persönlich anderen Sparten und Herangehensweisen.

Wir wollen dies beibehalten, nicht nur temporär, sondern dauerhaft. Denn die beiden Sportrichtungen kann man sehr gut separat und auch parallel praktizieren.
Gewichtheben bleibt Gewichtheben und CrossFit bleibt CrossFit – und wir freuen uns auf die Zukunft mit dem VfK Hannover.

Im Vorfeld gab es übrigens einen Zeitungsbericht in „hallo Linden“, wer das gerne nachlesen möchte.

Dies von meiner Seite, viel Spaß weiterhin, bleibt sportlich und chillig!

LG Jennie von CrossFit First Class

PS: Sehr stolz bin ich natürlich auf Dennis, der trotz mehr als mangelhafter Vorbereitung (aufgrund von Zeit- und Trainingsmangel und paralleler Berufsausbildung) mit einer schönen Technik neue PRs gesetzt hat. Hast du sehr gut gemacht :3 #vomTurnerzumHeber

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