CrossFit with Restrictions

Hallo zusammen!

Bestimmt hat jeder schon mal in Bezug auf CrossFit einen oder mehrere dieser Aussagen gehört, gelesen oder gar selbst getroffen:

„CrossFit ist für jedermann“
„Egal welches Alter, welche sportliche Vorerfahrung oder Einschränkung – es ist für jeden skalierbar und lässt sich individuell anpassen“

crossfit is for everyone

Aber stimmt das überhaupt?

Mit dieser Frage habe ich mich nun schon sehr lange beschäftigt. Als CrossFit Coach sage ich schließlich jedem Einsteiger nun schon seit mehr als einem Jahr genau das. Aus meiner Sicht und meiner Erfahrung ist dies auch richtig. Ich habe nie vorher einen Sport kennengelernt bzw. ein Fitnessprinzip, was so individuell auf jeden einzelnen Athleten / Fitnesssportler eingeht.

Doch es gibt auch andere Stimmen.
Als Hauptansprechpartner in unserer Box für Einsteiger, Neulinge und Interessenten, werde ich häufig mit deren Ängsten und Befürchtungen konfrontiert.

Hier ein paar Auszüge
„Ich muss mich erst fit machen, um CrossFit zu machen, sonst kann ich nicht mithalten“
„Ich muss erst alle Bewegungen beherrschen, bevor ich ein Workout anfange“
„Ich habe Angst davor, mich schwer zu verletzen, wenn ich eine Bewegung ausführe, die ich noch nicht kann“
Aber auch solche Stimmen gibt es
„Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und darf nicht schwer heben, deshalb ist der Sport nichts für mich“
„Die Ausdauerelemente kann ich mit meinem Bluthochdruck / meinem Asthma nicht bewältigen“
„Ich komme aus dem Sport XY – ich habe mich am Knie / an der Hüfte / am Fußgelenk / an der Schulter (etc.) verletzt
„Ich wurde operiert und ( mein Arzt sagt, ich ) darf dies und jenes nicht ausführen“

Kreuzbandriss, Patellaspitzen-Syndrom, Herzkreislauf-Erkrankung, Lungenleiden, Rheuma, MS und und und…

Die Palette an Verletzungen, Erkrankungen und sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen des jeden einzelnen ist so umfangreich und riesig, dass man sich als Coach manchmal etwas erschlagen fühlt. Doch ähnlich, wie ein Arzt oder Physiotherapeut, der nach der Lösung des Problems sucht, so wird man als Coach auch neugierig. Und man geht auf die Suche – wie ein Ermittler oder Abenteurer. 🙂 Allerdings suche ich dabei nicht nach der Heilung der Krankheit oder der Behandlung einer Verletzung.

Ich suche nach einer Skalierung!

look-at-scaling

Denn hier kommt CrossFit und sein Grundgedanke – an den ich übrigens immer noch glaube:

Wir Menschen sind dazu fähig, uns fit zu halten.
Wir sind dafür gemacht, gewisse Leistungen zu vollbringen.
Und wie wir geistig immer auf der Höhe bleiben möchten, so sollten wir das mit unserer körperlichen Fitness anstreben.
Und das unabhängig von Einschränkungen. Heißt also:

Im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Nur weil ich beispielweise Asthma und ich somit Schwierigkeiten habe mit Kondition und Agility, so heißt es doch nicht, dass ich auf Sport generell verzichten muss.
Wenn ich eine operierte Schulter habe und mit mein Arzt sagt, dass ich nie wieder meinen Arm über meinen Kopf heben kann, dann heißt es doch nicht, dass ich nie wieder Sport machen darf.

Diese Ultimaten, die uns manchmal zwischen die Beine grätschen und uns daran hindern, unserem Körper weiter eine Leistung abverlangen zu wollen, sind gerade in unserer Gesellschaft weitverbreitet. Dabei meine ich keine Leistung, die unser Körper nun mal einfach nicht leisten kann (oder noch nicht).
Wie ich von einem Menschen nicht verlangen kann zu fliegen, kann ich ebenfalls nicht von einem Menschen ohne Beine zu rennen oder von einem 75jährigen mit Athritis, eine gültige „Ass-to-Grass“-Kniebeuge zu beherrschen.

Dieses Dogma „Ich bin krank, ich darf mich nie wieder bewegen“ – dafür sind wir Menschen nicht gemacht. Wir sind dazu gemacht, uns zu bewegen. Also sollten wir das auch tun.

Aber dies ist nur meine grundsätzliche Einstellung dazu. Es gibt aber genügend Beispiele aus dem Alltag und der gelebten CrossFit-Welt, die zeigen, dass es genug „restricted people“ gibt, die sich aufgrund ihrer Einschränkung nicht abgehalten fühlen, Sport zu betreiben.
Man versucht es zwar, doch kann man sich nie 100%ig in jene reinversetzen, die eine bestimmte Einschränkung haben. Als Coach muss ich das zweifelsohne aber können, bzw. versuchen. Meist spreche ich mit dem/der Athleten/in im Vorfeld darüber. Bei der Anmeldung, vor dem ersten WOD und im Zweifelsfall vor jedem WOD im Einzelnen. So gehen wir im Allgemeinen in unserer Box mit Personen um, die „CrossFit with restrictions“ ausführen müssen. Im Detail informieren wir uns. Schön sind Erfahrungsberichte.

Und deshalb habe ich mich mit dem Thema „CrossFit restricted“ beschäftigt.

Ich habe mit Betroffenen gearbeitet und gesprochen. Und nun möchte ich meine Ergebnisse in den kommenden Berichten veröffentlichen.

Anfangen tue ich mit einem Klassiker in der Familie der Verletzungen:

dem Knie

Also: Prepare for the next post! 🙂

Grüße ~ eure Jennie von CrossFit First Class

PS: Ich suche natürlich immer noch weiter nach Infoquellen. Wenn du eine Verletzung hast und somit CrossFit in eingeschränkter Form ausüben musst, oder du dich dafür interessierst, melde dich gern bei mir.

IMG_7997PPS: Wer bin ich denn überhaupt? 🙂

Für alle, die mich nicht kennen, lies gern nach: about me

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